Zum Inhalt
irot 8D irot 8D
Menü

Branche · Federn und Drahtbiegeteile

8D-Report für Federn und Drahtbiegeteile

Druck-, Zug- und Schenkelfedern sowie Drahtbiegeteile wie Bügel, Clips und Halter gehen in großen Stückzahlen in Fahrzeuge, Ventile, Schalter, Beschläge und Haushaltsgeräte. Reklamiert wird meist eine Funktion: Die Federkraft passt nicht, die Feder bricht im Dauerlauf, verliert nach Wochen an Kraft, oder die Teile verhaken sich in der automatischen Zuführung und legen die Montagelinie still.

Das Besondere am 8D bei Federn: Die Kraft ist das Hauptmerkmal, geregelt wird in der Fertigung aber oft die Länge. Der Drahtdurchmesser geht mit der vierten Potenz in die Federrate ein – 1 % dünnerer Draht bedeutet rund 4 % weniger Kraft, auch wenn der Draht innerhalb seiner Toleranz liegt. Ein guter Bericht nennt deshalb Drahtcharge, Windeprogramm sowie Anlass- und Setzparameter des betroffenen Loses.

D3 (Sofortmaßnahme zur Eindämmung) soll nach verbreiteter Kundenvorgabe innerhalb von 24 Stunden stehen, Ursache und Abstellmaßnahme nach 5 bis 10 Arbeitstagen – keine Norm; den Termin rechnet der Fristenrechner. Bei beschichteten Federn gelten zusätzlich die Hinweise unter Galvanik und Oberflächentechnik, zu Wasserstoffversprödung hochfester Teile unter Schrauben und Verbindungselemente.

Typische Fehler im Bereich Federn und Drahtbiegeteile

Für jeden Fehler: woran man ihn erkennt, mögliche Ursachen nach 6M, warum die eigene Prüfung ihn nicht fand, die Sofortmaßnahme (D3), die Abstellmaßnahme (D5) und der Wirksamkeitsnachweis (D6). Alle Ursachen im Ishikawa-Werkzeug öffnen.

Federkraft außerhalb der Toleranz

Ursachen und Maßnahmen

Die Kraft bei der vorgegebenen Prüflänge (zum Beispiel F1 bei L1) liegt über oder unter der Toleranz, oder die Feder geht zu früh auf Block (alle Windungen liegen aneinander). Auffällig in der Wareneingangsprüfung des Kunden oder als Funktionsfehler: Ventil schließt nicht dicht, Taster schaltet nicht.

Mensch
  • Das Windeprogramm wird nach einem Drahtwechsel von Hand korrigiert; die Korrektur wird nicht gespeichert und fehlt beim nächsten Auftrag.
Maschine
  • Steigungswerkzeug oder Windestift verschlissen: Steigung und Windungsdurchmesser wandern.
  • Der Windeautomat regelt auf freie Länge; die Kraft wird nicht gemessen.
Material
  • Drahtdurchmesser innerhalb der Drahttoleranz, aber an der Grenze: Die Kraft ändert sich stark.
  • Drahtcharge mit anderer Festigkeit: Der Setzbetrag und damit die Kraft nach dem Setzen ändern sich.
Methode
  • Anlasstemperatur oder -zeit geändert: Die Länge ändert sich beim Anlassen anders als im Programm berücksichtigt.
  • Setzen (Feder einmal auf Block drücken, damit sie sich später nicht mehr setzt) ausgelassen oder mit falschem Weg.
Messung
  • Federkraftmessgerät ohne gültige Kalibrierung.
  • Kunde und Lieferant messen mit unterschiedlicher Auflage, Führung oder Vorbelastung.
Mitwelt
  • Kraftmessung an noch warmen Federn direkt nach dem Anlassen.

Nicht entdeckt, weil

  • Inline wird die Länge geprüft, nicht die Kraft.
  • Die Kraftprüfung erfolgt vor dem Setzen, der Kunde misst danach.
  • Die Messsysteme von Kunde und Lieferant wurden nie miteinander verglichen.

D3 · sofort

  • Bestand und Ware beim Kunden 100 % auf Kraft prüfen, mit Kraftsortierautomat oder Prüfgerät mit festen Grenzwerten.
  • Messbedingungen abgleichen: dieselben 30 Federn auf dem eigenen Gerät und beim Kunden messen.
  • Ersatzlieferung kennzeichnen und ein Clean Date nennen (Datum, ab dem nur geprüfte Teile geliefert werden).

D5 · dauerhaft

  • Drahtdurchmesser jedes Bunds beim Einspannen messen; das Windeprogramm lädt einen Korrekturwert je Durchmesserklasse.
  • Windeautomat mit Kraftmessung und Regelung auf Kraft statt auf Länge, wo die Kraft enger toleriert ist.
  • Wechselintervall für Steigungswerkzeug und Windestift nach Stückzahl.

D6 · Wirksamkeit: Prozessfähigkeitsindex Cpk (Kennzahl, wie sicher der Prozess die Toleranz trifft) der Kraft F1 über 20 Lose mindestens 1,33, gemessen nach dem Setzen; Messgerätevergleich mit dem Kunden ohne systematische Abweichung; null Kraftreklamationen über drei Monate.

Diese Ursachen als Ishikawa-Diagramm öffnen →

Kraftverlust im Einsatz (Relaxation)

Ursachen und Maßnahmen

Die Feder hält ihre Kraft anfangs, verliert aber nach Wochen im Einsatz deutlich an Kraft, oft bei erhöhter Temperatur. Relaxation heißt: Bei gleichbleibender Einbaulänge sinkt die Kraft durch langsames plastisches Fließen. Auffällig in Dauerversuchen des Kunden oder als Ausfall im Feld.

Maschine
  • Anlassofen erreicht die Solltemperatur nicht in der ganzen Beladung.
Material
  • Draht für die Einsatztemperatur zu wenig warmfest, etwa patentiert-gezogener Federstahldraht statt ölschlussvergütetem Ventilfederdraht.
Methode
  • Warmsetzen (Setzen bei erhöhter Temperatur) vorgesehen, aber ausgelassen oder zu kalt.
  • Anlassen nach dem Winden zu kurz.
  • Spannung im Einbauzustand zu hoch ausgelegt; bei Federn nach Kundenzeichnung gemeinsam mit dem Kunden prüfen.
Messung
  • Relaxationsprüfung nur bei der Bemusterung.
  • Keine Prüfung der Setzbeständigkeit je Los.
Mitwelt
  • Einsatztemperatur beim Kunden höher als bei der Auslegung angenommen.

Nicht entdeckt, weil

  • Bei Auslieferung stimmt die Kraft; der Verlust zeigt sich erst über Zeit und Temperatur.
  • Es gibt keinen Kurzzeittest je Los, zum Beispiel 48 Stunden auf Einbaulänge bei Einsatztemperatur.
  • Draht oder Anlassparameter wurden geändert, ohne die Relaxation erneut zu prüfen.

D3 · sofort

  • Rückstellmuster (aufbewahrte Teile je Los) aller betroffenen Lose auf Einbaulänge verspannen, bei Einsatztemperatur lagern und den Kraftverlust messen.
  • Lose mit Kraftverlust über der vereinbarten Grenze sperren.
  • Mit dem Kunden einen Austausch im Feld bewerten.

D5 · dauerhaft

  • Warmsetzen als Pflichtschritt im Arbeitsplan, mit überwachter Temperatur und überwachtem Weg.
  • Nach Freigabe des Kunden auf warmfesteren Draht umstellen.
  • Relaxations-Kurztest je Los als Freigabekriterium.

D6 · Wirksamkeit: Kraftverlust im Kurztest an jedem Los über drei Monate unter der Grenze; Dauerlauf des Kunden mit Folgelosen bestanden.

Diese Ursachen als Ishikawa-Diagramm öffnen →

Federbruch im Betrieb (Dauerbruch)

Ursachen und Maßnahmen

Die Feder bricht nach einer gewissen Lastspielzahl, meist an der Innenseite einer Windung oder am Übergang zur Endwindung. Die Bruchfläche zeigt einen Ausgangspunkt an der Oberfläche und Rastlinien (Linien, die das schrittweise Risswachstum zeigen).

Maschine
  • Windestift oder Biegedorn hinterlässt Kerben am Draht.
  • Kugelstrahlanlage: Strahlmittel verschlissen oder Intensität zu gering; die Druckeigenspannungen an der Oberfläche fehlen.
Material
  • Oberflächenfehler im Draht (Ziehriefen, Überwalzungen) oder Randentkohlung.
  • Nichtmetallische Einschlüsse nahe der Oberfläche.
Methode
  • Kugelstrahlen nicht für jede dynamisch belastete Feder vorgeschrieben.
  • Hochfeste Feder galvanisch verzinkt ohne ausreichende Entsprödung.
Messung
  • Strahlintensität mit Almen-Streifen (Prüfstreifen, der sich beim Strahlen wölbt) nur selten geprüft; die Überdeckung wird nicht bewertet.
  • Dauerschwingversuch nur bei der Bemusterung.
Mitwelt
  • Korrosion im Einsatz: Korrosionsnarben wirken als Kerben.

Nicht entdeckt, weil

  • Kerben und Oberflächenfehler sind klein und nur unter Vergrößerung sichtbar.
  • Dauerfestigkeit lässt sich nicht zerstörungsfrei prüfen.
  • Der Almen-Streifen zeigt die Intensität, nicht, ob jede Feder getroffen wurde.

D3 · sofort

  • Bruchteile im Labor untersuchen: Ausgangspunkt, Kerbe, Einschluss oder Randentkohlung.
  • Lose mit gleicher Drahtcharge, gleicher Windemaschine und gleicher Strahlcharge sperren.
  • Dauerschwingversuch an Rückstellmustern; Ersatz erst nach bestandenem Versuch.

D5 · dauerhaft

  • Almen-Prüfung je Schicht und Überdeckungsprüfung im Prüfplan; Strahlmittel automatisch sieben und nachdosieren.
  • Windestift mit größerem Radius und Wechselintervall nach Stückzahl.
  • Wirbelstromprüfung des Drahts beim Drahtlieferanten vereinbaren und je Bund nachweisen lassen.

D6 · Wirksamkeit: Dauerschwingversuch an drei Folgelosen mit der Lastspielzahl des Kunden ohne Bruch; Almen-Werte über sechs Wochen in der Toleranz; null Brüche beim Kunden bis zum vereinbarten Beobachtungsende.

Diese Ursachen als Ishikawa-Diagramm öffnen →

Verhakte Federn in der Zuführung

Ursachen und Maßnahmen

Federn hängen ineinander: Die Windungen eines Teils greifen in die eines anderen. Der Kunde muss sie von Hand trennen, die Zuführung staut, beim Trennen verbiegen Teile. Typisch für Zugfedern mit Ösen, Druckfedern mit großer Steigung und offene Drahtbiegeteile.

Maschine
  • Wendelförderer in der eigenen Kraftprüfung oder Sortierung verhakt die Teile schon vor dem Verpacken.
Material
  • Geometrie mit Windungsabstand größer als der Drahtdurchmesser oder mit offenen Enden: Teile können ineinandergleiten.
Methode
  • Schüttgutverpackung ohne Trennung.
  • Behälter zu hoch gefüllt: Gewicht und Bewegung beim Transport verhaken die Teile.
  • Keine Verpackungsvorschrift für verhakungsgefährdete Artikel.
Messung
  • Der Anteil verhakter Teile wird nicht geprüft, nur bei Reklamation gezählt.
Mitwelt
  • Lange Transportwege mit Erschütterungen und mehrfachem Umschlag.

Nicht entdeckt, weil

  • Verhaken entsteht beim Transport, nach der letzten Prüfung.
  • Beim Verpacken sind die Teile noch getrennt.
  • Bei der Bemusterung wurde der Transport nicht nachgestellt, etwa durch einen Schütteltest.

D3 · sofort

  • Ware beim Kunden vereinzeln, verbogene Teile aussortieren.
  • Ersatzlieferung lagenweise, auf Stäbe aufgereiht oder in Beuteln mit fester Stückzahl.
  • Ersatzlieferung kennzeichnen, Clean Date nennen.

D5 · dauerhaft

  • Verpackungsvorschrift je Artikel: Aufreihen auf Stäben, Lagen mit Trennblatt oder Einzelfächer.
  • Mit dem Kunden die Geometrie prüfen: angelegte Endwindungen, geschlossene Ösen, kleinerer Windungsabstand.
  • Schütteltest bei Bemusterung und nach jeder Verpackungsänderung.

D6 · Wirksamkeit: Anteil verhakter Teile je Lieferung laut Rückmeldung des Kunden über drei Monate; Schütteltest mit festgelegter Dauer unter der vereinbarten Grenze.

Diese Ursachen als Ishikawa-Diagramm öffnen →

Form- und Winkelfehler an Drahtbiegeteilen

Ursachen und Maßnahmen

Schenkelwinkel, Schenkellänge oder Ebenheit stimmen nicht, oder die Schenkel sind gegeneinander verdreht. Auffällig in der Vorrichtung des Kunden oder an der Funktion, etwa wenn ein Clip nicht hält.

Mensch
  • Das Biegeprogramm wird nach einem Drahtwechsel nach Augenmaß nachkorrigiert, ohne Prüfung in der Lehre.
Maschine
  • Richtapparat (Rollen, die den Draht vor dem Biegen gerade richten) falsch eingestellt: Restkrümmung oder Drall im Draht.
  • Biegewerkzeuge verschlissen.
Material
  • Rückfederung ändert sich mit der Festigkeit der Drahtcharge.
  • Drahtbund mit anderem Wickeldurchmesser: Die Vorkrümmung ändert sich.
Methode
  • Anlassen nach dem Biegen verändert die Winkel; das Programm berücksichtigt das nicht.
  • Viele Biegungen nacheinander: Abweichungen addieren sich bis zum letzten Schenkel.
Messung
  • Prüfung auf dem Messtisch in der Ebene; Verdrehung aus der Ebene wird nicht erfasst.
  • Die Prüflehre bildet den Einbau beim Kunden nicht ab.

Nicht entdeckt, weil

  • Gemessen wird in zwei Dimensionen, der Fehler liegt in der dritten.
  • Geprüft wird nach dem Biegen, nicht nach dem Anlassen.
  • Nach dem Wechsel des Drahtbunds wird nicht erneut geprüft.

D3 · sofort

  • Bestand in einer Lehre prüfen, die die Einbausituation des Kunden nachbildet.
  • Teile außerhalb aussortieren; Nachbiegen nur mit Zustimmung des Kunden.
  • Geprüfte Ware kennzeichnen, Clean Date nennen.

D5 · dauerhaft

  • Prüflehre nach Einbausituation am Arbeitsplatz; Prüfung nach jedem Wechsel des Drahtbunds und nach dem Anlassen.
  • Einstellwerte des Richtapparats je Drahtdurchmesser und Festigkeit dokumentieren.
  • Biegeautomat mit Kameramessung des Winkels und automatischer Korrektur.

D6 · Wirksamkeit: Lehrenprüfung nach jedem Bundwechsel über drei Monate ohne Befund; Cpk der Hauptwinkel mindestens 1,33 über zehn Lose.

Diese Ursachen als Ishikawa-Diagramm öffnen →

Schiefstellung und Endenfehler an Druckfedern

Ursachen und Maßnahmen

Die Feder steht schief (Achse nicht senkrecht zur Auflage), die Enden sind ungleich geschliffen, haben Grat oder Schleifbrand (Anlauffarben durch Überhitzung beim Schleifen). Auffällig, wenn die Feder in der Führung knickt, an der Hülse reibt oder ungleichmäßig anliegt.

Maschine
  • Schleifscheiben verschlissen oder nicht abgerichtet: Enden schräg.
  • Schleifdruck zu hoch: Schleifbrand senkt die Festigkeit am Ende.
Material
  • Freie Länge streut vor dem Schleifen: Der Abtrag ist je Feder unterschiedlich.
Methode
  • Endwindung nicht vollständig angelegt: Die Feder kippt beim Schleifen.
  • Entgraten nach dem Schleifen nicht vorgesehen.
Messung
  • Schiefstellung nur mit Winkel und Augenmaß geschätzt.
  • Keine Prüfung auf Schleifbrand.
Mitwelt
  • Kühlmittel verschmutzt oder im Sommer zu warm: Die Kühlwirkung beim Schleifen sinkt.

Nicht entdeckt, weil

  • Die Schiefstellung wird nicht gemessen, nur geschätzt.
  • Schleifbrand ist nach Reinigung oder Beschichtung nicht mehr sichtbar.
  • Die Stichprobe berücksichtigt den Abrichtzyklus der Scheiben nicht.

D3 · sofort

  • Schiefstellung messen: Feder auf Messplatte, Abweichung am oberen Ende gegen einen Anschlagwinkel; 100 % oder auf Sortiergerät.
  • Stichproben mit Nitalätzung auf Schleifbrand prüfen, betroffene Lose sperren.
  • Geprüfte Ware kennzeichnen, Clean Date nennen.

D5 · dauerhaft

  • Abrichtintervall der Schleifscheiben nach Stückzahl in der Maschinensteuerung.
  • Überwachung von Schleifdruck und Kühlmitteltemperatur mit Abschaltung.
  • Windeprogramm mit vollständig angelegter Endwindung; freie Länge vor dem Schleifen eng führen.

D6 · Wirksamkeit: Schiefstellung als Messwert je Los mit Cpk mindestens 1,33 über zehn Lose; Nitalätzung je Schleiflos über drei Monate ohne Befund.

Diese Ursachen als Ishikawa-Diagramm öffnen →

Rost bei Anlieferung

Ursachen und Maßnahmen

Flugrost oder Rostpunkte auf blanken oder nur geölten Federn, sichtbar beim Auspacken im Wareneingang. Für viele Kunden ein Sperrgrund, weil Rost die Dauerfestigkeit mindert.

Maschine
  • Ölbeölung nach dem Anlassen ungleichmäßig, Düsen teilweise verstopft.
Material
  • Korrosionsschutzöl mit zu kurzer Schutzdauer für die tatsächliche Lager- und Transportzeit.
Methode
  • Federn werden noch warm verpackt: Kondenswasser in der Verpackung.
  • Keine festgelegte Schutzdauer je Kunde und Transportweg.
Messung
  • Kein Grenzmuster für zulässige Verfärbung und Rost.
Mitwelt
  • Lager ohne Klimatisierung, Temperaturwechsel beim Seetransport.

Nicht entdeckt, weil

  • Rost entsteht nach dem Verpacken während Lagerung und Transport.
  • Die Verpackung wird für die Ausgangsprüfung nicht geöffnet.
  • Die Lagerdauer beim Kunden ist unbekannt.

D3 · sofort

  • Lose beim Kunden und im Lager sichten; Rostpunkte nach Grenzmuster bewerten.
  • Befallene Teile ersetzen; Reinigen und Neuölen nur mit Zustimmung des Kunden.
  • Ersatz mit Korrosionsschutzfolie und Trockenmittel verpacken.

D5 · dauerhaft

  • Abkühlstrecke vor dem Verpacken, Teiletemperatur beim Verpacken gemessen.
  • Korrosionsschutzöl nach geforderter Schutzdauer auswählen; Beölung mit Durchflussüberwachung.
  • Verpackungsvorschrift je Transportweg mit Korrosionsschutzfolie und Trockenmittel.

D6 · Wirksamkeit: Klimatest an verpackten Mustern über die geforderte Schutzdauer ohne Rost; null Rostbefunde beim Kunden über sechs Monate.

Diese Ursachen als Ishikawa-Diagramm öffnen →

Beispiel-8D: Fiktiver Fall: Druckfeder mit zu geringer Kraft nach Drahtwechsel

Ein erfundener Fall – Zahlen, Firmen und Teile sind ausgedacht. So sieht ein Bericht aus, den der Kunde beim ersten Mal annimmt.

D1

Team: Leitung Qualität (Teamleitung), Einrichter Windeautomaten, Leitung Wärmebehandlung, Einkauf, Kundenbetreuung.

D2

Ein Ventilhersteller meldet am 09.02.2026: Druckfeder DF-12 (Ventilfederdraht 1,2 mm), Los 26-0207, 40.000 Stück. F1 bei L1 = 18,0 mm soll 34,0 N ± 1,0 N betragen; 1.240 von 5.000 geprüften Federn liegen unter 33,0 N, die betroffenen im Mittel bei 32,7 N. Die Ventile schließen nicht sicher. Ist/Ist-nicht vergleicht, wo der Fehler auftritt und wo er – obwohl möglich – nicht auftritt. Ist: Los 26-0207, Federn ab dem Wechsel auf Drahtbund 2, Windeautomat W4. Ist nicht: Federn aus Drahtbund 1 im selben Los, gleicher Automat, gleiche Einstellung; freie Länge in Toleranz.

D3

Gesperrt: 28.000 Federn beim Kunden, 12.000 im Lager und zwei weitere Lose aus Drahtbund 2. 100-%-Prüfung auf dem Kraftsortierautomaten mit den Grenzen 33,0 bis 35,0 N: 9.860 Federn aus Los 26-0207 ausgeschleust, die beiden anderen Lose werden ebenso sortiert. Clean Date: 12.02.2026, Etikett »8D-26-012 kraftgeprüft«.

D4

Auftreten: Drahtbund 2 misst 1,188 mm statt 1,200 mm und liegt damit innerhalb der Drahttoleranz. Weil der Drahtdurchmesser mit der vierten Potenz in die Federrate eingeht, sinkt die Kraft um rund 4 %. Der Automat regelt auf freie Länge, die stimmte; einen Korrekturwert je Drahtbund gab es nicht. Nicht-Entdecken: Die Kraft wurde zu Beginn des Loses geprüft, der Bundwechsel mitten im Los löste keine neue Prüfung aus.

D5

1. Drahtdurchmesser jedes Bunds beim Einspannen messen; das Windeprogramm lädt den Korrekturwert je Durchmesserklasse – verantwortlich Leitung Fertigung, Termin 27.02.2026. 2. Der Bundwechsel löst am Automaten eine Kraftprüfung an fünf Federn aus; der Automat läuft erst nach Eingabe der Werte weiter – verantwortlich Leitung Qualität, Termin 06.03.2026. 3. Mit dem Drahtlieferanten engere Durchmessertoleranz und Messprotokoll je Bund vereinbart – verantwortlich Einkauf, Termin 31.03.2026.

D6

Cpk der Kraft F1 aus zwölf Folgelosen mit fünf Bundwechseln: 1,52. Der Kunde meldet null Kraftbefunde in neun Lieferungen bis 30.04.2026.

D7

Arbeitsanweisung Rüsten Windeautomaten (Rev. E), Prüfplan DF-12 (Rev. C), Prozess-FMEA Winden (Rev. 6; FMEA ist die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse), Liefervereinbarung Draht (Rev. 2). Übertragen auf alle Federn mit einer Krafttoleranz unter ±5 %.

D8

Abschluss am 08.05.2026 mit dem Team; der Kunde hat den Bericht angenommen. Das Ergebnis wurde im Monatsgespräch vorgestellt.

Eigenen 8D-Report erstellen Bericht gegen 25 Rückweisungsgründe prüfen

Woran 8D-Berichte im Bereich Federn und Drahtbiegeteile scheitern

  • Die Messbedingungen sind nicht abgeglichen: Lieferant und Kunde messen mit anderer Auflage oder Vorbelastung, und D4 sucht eine Ursache, die es nicht gibt.
  • Beim Bruch fehlt die Analyse der Bruchfläche; ohne Ausgangspunkt bleibt offen, ob Kerbe, Einschluss, Korrosion oder Überlast.
  • D5 lautet »Kraftprüfung verschärft«. Das ist Entdeckung; die Streuung kommt aus Draht, Programm, Anlassen oder Setzen.
  • Geometrie- oder Werkstoffänderung als D5 ohne Freigabe des Kunden – der Bericht wird zurückgewiesen, auch wenn die Maßnahme technisch richtig ist.
  • Verhaken wird als »Transportschaden« abgetan; ohne Schütteltest und Verpackungsvorschrift kommt der Fehler mit der nächsten Lieferung wieder.

Häufige Fragen

Welche Anforderungen gelten für Druckfedern, wenn die Zeichnung keine Toleranzen nennt?

Für kaltgeformte zylindrische Schraubendruckfedern aus runden Drähten gibt es Gütevorschriften in DIN EN 15800; für welche Federn sie gilt, steht in der Norm selbst. Ob und wie sie gilt, muss auf der Zeichnung oder in der Bestellung stehen. Fehlt das, klären Sie es mit dem Kunden, bevor Sie Messwerte im 8D bewerten.

Ist eine 100-%-Kraftprüfung eine Abstellmaßnahme?

Nein. Sie findet falsche Federn, verhindert sie aber nicht. Im 8D gehört sie in D3 oder als zusätzliche Entdeckungsmaßnahme zum Nicht-Entdecken; D5 muss an Draht, Programm, Anlassen oder Setzen ansetzen.

Wie unterscheide ich Dauerbruch und Gewaltbruch?

Ein Dauerbruch hat einen Ausgangspunkt, meist an der Oberfläche, Rastlinien und eine Restbruchfläche, an der das Teil zuletzt auf einmal brach. Ein Gewaltbruch zeigt keine Rastlinien; die ganze Fläche ist auf einmal entstanden. Ein körniger Bruch kurz nach dem Einbau, ohne Rastlinien, kann auf Wasserstoffversprödung hindeuten – das klärt das Labor.

Welche Daten gehören bei Federn in D2?

Artikel und Zeichnungsstand, Los und Drahtbund, Messwerte mit Messbedingung (Prüflänge, Vorbelastung, Gerät) sowie die Zahl geprüfter und abweichender Teile. Den Fehleranteil in ppm (Teile je Million) rechnet der PPM-Rechner; eine Vorlage mit allen Feldern steht unter 8D-Report Vorlage.

Reklamationen im Bereich Federn und Drahtbiegeteile in der Frist beantworten.

irot 8D liest die Mail des Kunden, rechnet die Fristen und prüft den Bericht vor dem Versand. Zwei Reklamationen im Jahr sind kostenlos.

Kostenlos starten