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ppm berechnen: Formel, Beispiele, Excel

Hier finden Sie die Formel für ppm, durchgerechnete Beispiele für Lieferanten- und Kunden-ppm, die passenden Excel-Formeln und eine klare Abgrenzung zu Prozent und Reklamationsquote.

Stand: · Lesezeit etwa 7 Minuten

ppm-Rechner – kostenlos

Was ppm bedeutet

ppm steht für »parts per million«, also Teile je Million. In der Qualität gibt die Kennzahl an, wie viele fehlerhafte Teile auf eine Million gelieferte Teile kommen. 150 ppm heißt: Von einer Million Teilen wären 150 fehlerhaft – auf eine realistische Liefermenge umgerechnet 15 von 100.000.

ppm ist nichts anderes als ein Anteil in einer anderen Einheit. Der Vorteil: Kleine Fehleranteile werden lesbar. 0,015 % und 150 ppm bedeuten dasselbe, aber mit »150« lässt sich leichter arbeiten, vergleichen und ein Ziel vereinbaren.

ProzentppmFehlerhafte Teile je 100.000
1 %10.0001.000
0,1 %1.000100
0,01 %10010
0,005 %505
0,001 %101
0,0001 %10,1

Umrechnung: Prozent × 10.000 = ppm. ppm ÷ 10.000 = Prozent.

Die Formel

ppm = fehlerhafte Teile ÷ Bezugsmenge × 1.000.000

Die Bezugsmenge ist in der Regel die gelieferte Menge im selben Zeitraum. Beispiel: Ihr Kunde hat im Quartal 240.000 Teile erhalten und 36 davon beanstandet. 36 ÷ 240.000 × 1.000.000 = 150 ppm.

Umgekehrt rechnen Sie aus einem Ziel die Zahl der Fehlteile aus, die gerade noch passt: Fehlteile = Bezugsmenge × Ziel-ppm ÷ 1.000.000. Bei einem vereinbarten Ziel von 50 ppm und 240.000 Teilen sind das 240.000 × 50 ÷ 1.000.000 = 12 Teile im Quartal. Mit 36 Teilen liegt der Lieferant beim Dreifachen des Ziels.

Zähler und Nenner müssen zusammenpassen: gleicher Zeitraum, gleiche Teile, gleiche Abgrenzung. Wer die beanstandeten Teile eines Jahres durch die Liefermenge eines Monats teilt, bekommt eine Zahl ohne Aussage. Das Ziel selbst steht meist in der Qualitätssicherungsvereinbarung (QSV) oder im Lieferantenhandbuch des Kunden; die 50 ppm in diesem Artikel sind ein angenommener Wert.

Beispiel: Lieferanten-ppm

Lieferanten-ppm sind die ppm, die Sie für Ihre eigenen Lieferanten ausrechnen – aus Ihrem Wareneingang und den Fehlern, die Sie in Ihrer Fertigung an Zukaufteilen finden. Fiktives Beispiel für ein Halbjahr:

LieferantGelieferte TeileBeanstandete TeileRechnungppm
A (Drehteile)120.0001818 ÷ 120.000 × 1.000.000150
B (Dichtungen)8.50066 ÷ 8.500 × 1.000.000706
C (Stanzteile)450.0002727 ÷ 450.000 × 1.000.00060
D (Federn)45.00000 ÷ 45.000 × 1.000.0000
Alle Lieferanten623.5005151 ÷ 623.500 × 1.000.00082

Lieferant B hat mit 6 Teilen die höchste ppm-Zahl, weil seine Liefermenge klein ist. Ein einziges weiteres Fehlteil hebt ihn auf 824 ppm. Bei kleinen Mengen gehört deshalb die Zahl der Reklamationen und der Fehlteile immer neben die ppm-Zahl.

Beispiel: Kunden-ppm

Kunden-ppm sind die ppm, die Ihr Kunde über Sie als Lieferant führt. Er rechnet mit den Teilen, die er beanstandet, und Ihren Liefermengen. Viele Kunden werten monatlich aus und zusätzlich über die letzten 12 Monate, die sich jeden Monat um einen Monat weiterschieben (rollierend).

Gleichen Sie die Zahlen Ihres Kunden regelmäßig mit Ihren eigenen ab. Abweichungen entstehen häufig, weil der Kunde nach dem Datum der Reklamation zählt und Sie nach dem Lieferdatum, oder weil Reklamationen, die Sie abgelehnt haben, beim Kunden noch mitgezählt werden.

Fiktives Beispiel für vier Monate:

MonatGeliefertBeanstandetppm im Monat
Januar42.000371
Februar38.50000
März45.20012265
April40.800249
Januar bis April166.50017102

Rechnen Sie einen Zeitraum immer über die Summen: 17 ÷ 166.500 × 1.000.000 = 102 ppm. Der Mittelwert der vier Monatswerte ergäbe 96 ppm – zu wenig, weil der März mit der größten Liefermenge und den meisten Fehlteilen dann nur ein Viertel zählt.

ppm in Excel berechnen

Angenommen, in Spalte A steht der Monat, in Spalte B die gelieferte Menge und in Spalte C die Zahl der beanstandeten Teile, in den Zeilen 2 bis 13 ein ganzes Jahr. Die Formeln gelten für deutsches Excel mit Semikolon als Trennzeichen:

ZweckFormelHinweis
ppm eines Monats (Zelle D2)=C2/B2*1000000Zelle als Zahl ohne Nachkommastellen formatieren, nicht als Prozent
ppm ohne Fehlermeldung bei Liefermenge 0=WENN(B2=0;"";C2/B2*1000000)Leere Zelle statt #DIV/0!
ppm gerundet=RUNDEN(C2/B2*1000000;0)Ganze ppm, gut für Berichte
ppm für das ganze Jahr=SUMME(C2:C13)/SUMME(B2:B13)*1000000Über die Summen, nicht über den Mittelwert der Monate
Fehlteile, die zum Ziel 50 ppm passen=B2*50/1000000Liefermenge mal Ziel, geteilt durch eine Million

In englischem Excel heißen die Funktionen IF, ROUND und SUM, und als Trennzeichen steht ein Komma statt des Semikolons.

Rollierende 12 Monate und Online-Rechner

Für die rollierenden 12 Monate rechnen Sie in jeder Zeile über die zwölf Zeilen bis einschließlich des aktuellen Monats. Steht der aktuelle Monat in Zeile 14, umfasst die Formel die Zeilen 3 bis 14: =SUMME(C3:C14)/SUMME(B3:B14)*1000000

Kopieren Sie diese Formel nach unten, verschiebt Excel den Bereich automatisch mit. So sehen Sie jeden Monat den Wert, den viele Kunden in ihrer Lieferantenbewertung verwenden, und erkennen früh, wenn ein schlechter Monat aus dem Zeitfenster fällt oder neu hineinkommt.

Wer keine Tabelle pflegen will, rechnet mit dem ppm-Rechner online im Browser; die eingegebenen Zahlen verlassen dabei Ihren Rechner nicht. Wie Sie Reklamationen insgesamt in Excel führen, beschreibt die Excel-Vorlage für das Reklamationsmanagement.

ppm, Prozent und Reklamationsquote: der Unterschied

ppm und Prozent messen dasselbe – den Anteil fehlerhafter Teile –, nur in anderer Einheit. Die Reklamationsquote misst etwas anderes: wie oft reklamiert wird, unabhängig davon, wie viele Teile betroffen sind.

Warum Sie beide Sichten brauchen, zeigt ein Vergleich mit je 240.000 gelieferten Teilen in 48 Lieferungen. Lieferant X hat im Jahr eine einzige Reklamation, aber mit 1.200 Fehlteilen: 5.000 ppm, Reklamationsquote 1 von 48 Lieferungen = 2,1 %. Lieferant Y hat 12 Reklamationen mit je einem Fehlteil: 50 ppm, aber 12 von 48 Lieferungen = 25 %. Nach ppm ist X das Problem, nach Reklamationsquote Y. Zusammen zeigen beide Zahlen: X hatte einen großen Einzelfall, Y hat ein dauerhaftes Prozessproblem mit viel Aufwand je Fall.

Die Reklamationsquote ist nicht einheitlich definiert. Manche Unternehmen beziehen sie auf Lieferungen, andere auf Lieferpositionen oder auf den Umsatz. Schreiben Sie die Definition immer neben die Zahl.

KennzahlFormelZähltBeispiel
ppmfehlerhafte Teile ÷ gelieferte Teile × 1.000.000Teile36 von 240.000 Teilen = 150 ppm
Prozentfehlerhafte Teile ÷ gelieferte Teile × 100Teile36 von 240.000 Teilen = 0,015 %
ReklamationsquoteReklamationen ÷ Lieferungen × 100Fälle3 Reklamationen bei 48 Lieferungen = 6,25 %
DPMOFehler ÷ (Teile × Fehlermöglichkeiten je Teil) × 1.000.000FehlerFür Produkte mit vielen Merkmalen, etwa bestückte Leiterplatten

Was in die Rechnung gehört – und was nicht

Die Formel ist einfach, die Abgrenzung nicht. Welche Teile im Zähler stehen, legt in der Regel Ihr Kunde fest, meist in der QSV oder im Lieferantenhandbuch. Klären Sie diese Punkte, bevor Sie über Zahlen diskutieren:

  • Beanstandet oder anerkannt? Zählt jede Beanstandung oder nur die, die nach Prüfung als berechtigt anerkannt ist?
  • Teile aus Sortierungen: Zählen Fehlteile, die bei einer Sortierung beim Kunden gefunden werden, mit – und wenn ja, im Monat der Sortierung oder der Lieferung?
  • Bezugsmenge: gelieferte, verbaute oder abgerufene Teile?
  • 0-km und Feld: 0-km-Fehler fallen beim Kunden in der Fertigung auf, bevor sein Produkt ausgeliefert ist; Feldfehler treten erst im Einsatz beim Endkunden auf. Viele Kunden führen dafür getrennte Kennzahlen.
  • Schäden beim Kunden: Teile, die nachweislich erst beim Kunden oder auf dem Transport beschädigt wurden, gehören nicht in Ihre ppm. Den Nachweis müssen Sie in der Praxis meist selbst führen.
  • Stichtag: Zählt das Datum der Lieferung, der Entdeckung oder der Reklamation?

Wenn Ihre ppm und die Ihres Kunden auseinanderliegen, liegt es meist an der Abgrenzung, nicht an der Rechnung.

Häufige Fragen

Wie rechne ich Prozent in ppm um?

Multiplizieren Sie den Prozentwert mit 10.000. 0,02 % sind 200 ppm, 0,5 % sind 5.000 ppm. Umgekehrt teilen Sie ppm durch 10.000: 250 ppm sind 0,025 %.

Wie viele fehlerhafte Teile passen zu einem Ziel von 50 ppm?

Rechnen Sie Liefermenge × 50 ÷ 1.000.000. Bei 100.000 Teilen sind das 5 Teile, bei 20.000 Teilen genau eines. Bei 10.000 Teilen liegt schon ein einziges Fehlteil mit 100 ppm über dem Ziel – bei kleinen Mengen ist ein ppm-Ziel deshalb schnell gerissen.

Was ist der Unterschied zwischen ppm und DPMO?

ppm zählt fehlerhafte Teile, gleich wie viele Fehler ein Teil hat. DPMO (defects per million opportunities) zählt Fehler je eine Million Fehlermöglichkeiten. Ein Teil mit drei Fehlern zählt bei ppm einmal, bei DPMO dreimal, geteilt durch die Zahl der möglichen Fehlerstellen. DPMO findet man vor allem bei Produkten mit sehr vielen Merkmalen, etwa in der Elektronikfertigung.

Zählen aussortierte Teile aus einer Sortierung mit?

Das legt Ihr Kunde fest, meist in der QSV. Häufig zählen Fehlteile aus einer Sortierung beim Kunden mit, weil sie bei ihm angekommen sind. Teile, die Sie vor dem Versand selbst aussortieren, gehören in Ihre interne Ausschussquote, nicht in die Kunden-ppm.

Kann ich ppm online berechnen?

Ja, mit dem ppm-Rechner. Er rechnet direkt im Browser, ohne Anmeldung, und Ihre Zahlen verlassen den Rechner nicht.

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